Olli und Molli
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Text von Ludwig Müller aus dem Jahrgängerheft „D’ Zweiezwuinzgar weared sibezg“, 1992
Oberlehrer Otto Hengge (1870 - 1960)

Wir haben es Prinzregent Luitpold zu verdanken, dass wir diesen trefflichen Menschen in unserer Mitte haben und erleben durften. Der königliche Jagdherr hat sich um den talentierten Sohn seines Jagdaufsehers Ludwig Hengge und dessen Frau Genoveva Kappeler persönlich gekümmert und ihm die Ausbildung an der Präparandenschule und auf dem Lehrerseminar ermöglicht.

Otto Hengge hat am 23. Mai 1870 in Oberstdorf das Licht der Welt erblickt und nach Beendigung seiner Studien und nach vieljähriger Wanderschaft durch das Schwabenland (zuletzt 1908 bis 1925 in Schwangau) die Rückversetzung in seine Heimat erreicht.

Hier wirkte er von 1925 bis 1935 als Lehrer und verbrachte da auch seinen Lebensabend. Er hat sich nicht nur als Jugenderzieher und Mensch Achtung und Liebe erworben, sondern auch durch seine Mundartdichtung. Auf diesem Gebiet hat er in unserem Raum Pionierarbeit geleistet und als erster versucht, die Mundart verständlich und lesbar niederzuschreiben. Er hat vor einem halben Jahrhundert für den südlichsten Zipfel des Schwabenlandes schon das unternommen, was heute mit so großem Auftrieb und Prämierungen versucht wird: die regionalgewachsene schwäbische Mundart für ein einzelnes Gebiet herauszustellen.

Otto Hengge
d'huimat

Was er in seine Verse hineinlegte, war der Landschaft, war seinen lieben Oberstdorfern abgeguckt und abgelauscht. Nachdenkliches, Humor und mitunter einen leisen Spott wusste er treffsicher anzubringen. Zahllos die Gedichte und Gedichtlein, mit denen er auf Wunsch zu unterschiedlichsten Gelegenheiten Freude bereitete.

Otto Hengge war auch ein Anhänger des Museumsgedankens und wusste während seiner Gemeinderatszugehörigkeit sich dafür einzusetzen.

Es war ihm das gesegnete Alter von nahezu 90 Jahren beschieden (gest. 1. April 1960 in Oberstdorf).

Vorwort von d'huimat

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