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Weber M. Bonifatia
- Rektorin der katholischen Mädchenschule -
| Lebenslauf |
| 30.9.1905 |
geboren in Bamberg |
| 1919 – 1925 |
Lehrerbildungsseminar in Dillingen |
| 1927 |
Eintritt in den Franziskanerinnenorden |
| 1934 – 1937 |
Lehrerin an der katholischen Mädchenschule in Oberstdorf |
| 1937 – 1945 |
Furth im Wald, Unterrichtsverbot, Arbeit in Kinderheimen rund um Oberstdorf |
| 1945 – 1950 |
Lehrerin an der Mädchenschule |
| 1950 – 1969 |
Rektorin der Mädchenschule, Unterricht meistens in der Oberstufe |
| 1969 – 1976 |
Hauptlehrerin an der Grundschule |
| 1977- 1990 |
Dillingen |
| 1990 |
gestorben in Dillingen |
Als Schwester Bonifatia 1934 nach Oberstdorf versetzt wurde, kam sie gerade mitten hinein in die Debatte um die Auflösung der katholischen Mädchenschule, der von den Kollegen der Knabenschule mit Hilfe des Gemeinderates losgetreten wurde. Nach heftiger Gegenwehr wurde der Vertrag mit den Ordensfrauen - unter ihnen auch Schwester Bonifatia - 1937 dann durch die Nationalsozialisten aufgelöst, da sie als politisch unzuverlässig galten. Die Schwestern zogen aus ihrem Scholkloster im erten Stock des Westtraktes der Volksschule ins Haus Johanna, arbeiteten in Kinderheimen rund um Oberstdorf und eröffneten eine Nähschule, die regen Zulauf hatte.
Schwester Bonifatia wurde jedoch vom Mutterhaus nach Furth im Wald im Wald versetzt und erhielt dann irgenwann endgültig Unterrichtsverbot. Ob sie in der Folge dann wieder nach Oberstdorf kam, ist mir nicht bekannt.
Auf jeden Fall war sie im Oktober 1945 wieder vor Ort, um mit ihren Ordensschwestern im Oktober die katholische Mädchenschule neu zu eröffnen. Da aber fast alle alten Lehrer wegen ihrer Parteimitgliedschaft Berufverbot hatten, mussten sie anfangs zusammen mit vier weiteren Schwestern und Frau Volderauer 900 Schüler versorgen. |
| Als iIm Jahr 1949 Schwester Aszellina versetzt wurde, übernahm sie die Leitung der katholischen Mädchenschule und führte die Chronik, die in der Zeit der Nationalsozialisten verschwunden war, ab 1961 vorbildlich weiter. |
Als 1969 die Grund- und Hauptschule eingeführt wurde, musste sie ihren Rektorentitel zurückgeben, da an weltlichen Schulen nicht vorgesehn war, dass Ordensfrauen diese leiteten. Als Hauptlehrerin führte die ihren Dienst bis 1976, als mit einem Alter von Fast 71 Jahren pensioniert wurde.
In einem Artikel im Allgäuer stand anlässlich ihres 70. Geburtstags zu lesen, dass ihr besonders die religiöse Erziehung am Herzen lag. Sie half im Pfarrbüro und war engagiert bei der Betreuung der Erstkommunikanten. Geistl Rat Pfarrer Wilhelm Krumbacher meinte bei ihrer Verbschiedung: „ Wir bedauern zutiefst, dass wir mit Ihnen die letzte Säule einer nun entschwundenen Pracht verabschieden müssen,“ da an der Schule keine Ordensfrauen mehr tätig seien. |
Alex Rößle |
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